Viele Betriebe und Firmen sind aufgrund des zweiten Lockdowns geschlossen, die Mitarbeiter*innen sind in Kurzarbeit. Da aber auch Schulen und Kitas geschlossen sind und die Kinder zuhause betreut werden müssen, müssen viele Angestellte in Kurzarbeit auch noch Urlaub nehmen. Geht das überhaupt?

Grundsätzlich können Arbeitnehmer*innen Urlaub nehmen, wenn sie in Kurzarbeit sind. Das eine schließt das andere nicht aus. Damit jedoch Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit bewilligt wird, muss ein Betrieb nachweisen, dass er alles getan hat, um einen Arbeitsausfall zu verhindern. Dazu zählt auch der Abbau von Urlaubsansprüchen, Zeitkontenguthaben oder Überstunden.

Da die Corona-Pandemie letztes Jahr „unangekündigt“ und für alle überraschend kam, mussten Arbeitnehmer*innen ihren laufenden Urlaubsanspruch nicht einsetzen, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dies ist seit dem 1. Januar 2021 nun allerdings anders.

 

Was heißt das für meinen Urlaub?

Seit Beginn dieses Jahres müssen Arbeitnehmer*innen laut einer Weisung der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich ihren Urlaub zur Vermeidung von Kurzarbeit einbringen. Das heißt, bestehende Urlaubsansprüche müssen vorrangig abgebaut werden, ebenso Guthaben auf Arbeitszeitkonten oder Überstunden, damit Kurzarbeitergeld bewilligt werden kann. Dies gilt auch für übertragbaren Resturlaub aus dem Jahr 2020.

Allerdings gehen die individuellen Urlaubswünsche der Arbeitnehmer*innen generell immer vor. Wer im Sommer also zum Beispiel Urlaub machen möchte und dies mit seinem Arbeitgeber bereits entsprechend geklärt hat, muss den Urlaub auch dann nicht rückgängig machen, wenn das Unternehmen im Frühjahr plötzlich Kurzarbeit anmelden sollte.

 

Jahresurlaub kann wegen Kurzarbeit gekürzt werden

Kurzarbeit kann allerdings auch dazu führen, dass sich auch der Urlaubsanspruch verkürzt. Für die Dauer der Kurzarbeit gilt: Urlaub darf zeitlich entsprechend der Arbeitszeit gekürzt werden. Wird also aufgrund von Kurzarbeit weniger oder gar keine Arbeit geleistet, verringert sich auch der Anspruch auf Erholungsurlaub zeitlich entsprechend, da Kurzarbeiter aufgrund eines EuGH-Urteils mit "vorübergehend teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmern" gleichzusetzen sind. Dies gilt auch im Falle der Kurzarbeit "Null", also wenn gar keine Arbeitspflicht besteht.

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