Telefoninterviews sind in vielen Unternehmen, gerade während der Corona-Pandemie, ein fester Bestandteil im Bewerbungsprozess geworden. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: sowohl Unternehmen als auch Bewerber sparen Zeit und Geld. Sie eignen sich hervorragend für Unternehmen, um einen ersten Eindruck der Bewerber zu gewinnen und um eine Vorauswahl zu treffen. Ein persönliches Kennenlernen können Sie aber nicht ersetzen, daher werden klassische Vorstellungsgespräche immer das bewährte Mittel bleiben. Doch ein Bewerbungsgespräch am Telefon bringt auch Herausforderungen mit sich. Denn „kurz mal eben telefonieren“, ganz so einfach ist es dann doch nicht.

 

Ihr Gegenüber sieht Sie nicht

Bei einem Vorstellungsgespräch zählt der erste Eindruck, also Ihr Auftreten. Doch am Telefon sieht Ihr*e Gesprächspartner*in nicht, ob Sie ein Lächeln auf den Lippen haben oder grimmig dreinschauen. Aber er oder sie kann es hören! Denn Mimik und auch Gestik spiegeln sich nicht nur in Ihrem Gesicht, sondern auch in Ihrer Stimme wider. Glauben Sie nicht? Dann probieren Sie es aus: „Hallo, schön Sie kennenzulernen“ klingt mit einem Lächeln auf den Lippen gleich viel freundlicher als mit zusammengekniffener Stirn. Auch Ihre Körperhaltung spielt dabei eine große Rolle. Eine gerade Sitzhaltung öffnet den Brustkorb, beruhigt den Atem und lässt Ihre Stimme entspannter und voller klingen, als wenn Sie zum Beispiel während des Gesprächs nervös herumlaufen.

 

Die richtige Umgebung

Auch wenn Sie für ein telefonisches Bewerbungsgespräch nirgendwo hinfahren müssen, sollten Sie sich Gedanken über den richtigen Ort zum Telefonieren machen. Unterwegs beim Einkauf an der Supermarktkasse oder in der vollbesetzten Straßenbahn, das sind mit Sicherheit nicht die richtigen Orte, um ein so wichtiges Telefonat zu führen. Suchen Sie sich einen ruhigen Raum zuhause. Achten Sie darauf, dass im Hintergrund nicht gerade der Staubsauger läuft oder die Waschmaschine auf Hochtouren schleudert. Denn das kann auch Ihr Gegenüber am Telefon hören und störend sein.

 

Gesprächsregeln beachten

Jemanden ins Wort zu fallen und nicht ausreden zu lassen, gilt als unhöflich. Das ist bei einem Telefonat nicht anders. Lassen Sie Ihre*n Gesprächspartner*in ausreden, auch wenn Sie nervös sind und alles am liebsten schnell hinter sich bringen möchten. Sammeln Sie Ihre Gedanken bevor Sie antworten und lassen Sie sich nicht von ein paar Sekunden Schweigen nervös machen. Stille wird nämlich gerne unterschätzt. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, dann bitten Sie Ihren Gesprächspartner einfach die Frage zu wiederholen.

 

Vorbereitung ist alles

Genau wie ein persönliches Gespräch vor Ort findet ein Telefoninterview immer zu einer fest geplanten Zeit statt. Dass ein*e Personalverantwortliche*r Sie anruft und spontan hier und jetzt um ein Bewerbungsgespräch bittet, kommt in der Regel nicht vor. Sie haben also auch bei einem telefonischen Bewerbungsgespräch genügend Zeit, sich vorzubereiten. Klären Sie vorab, wer wen anruft. Und natürlich: halten Sie Stift und Papier bereit, damit Sie sich Notizen machen können. Es schadet auch nicht, wenn Sie sich als Gedankenstütze Ihren eigenen Lebenslauf und auch die Stellenanzeige ausdrucken. Machen Sie sich mit den Anforderungen vertraut und überzeugen Sie durch gute Vorbereitung.

 

Wenn Sie unsere Tipps beherzigen, dann ist schon mal viel gewonnen. Wir drücken die Daumen!