Am letzten Wochenende im Oktober werden die Uhren um eine Stunde von der Sommerzeit auf die Mitteleuropäische Normalzeit zurückgestellt. Also von 3 Uhr nachts auf 2 Uhr nachts. Die gute Nachricht: der Sonntag wird damit für alle Langschläfer und Faulenzer eine Stunde länger. Die schlechte: abends wird es jetzt dafür auch schon früher dunkel.

Ursprünglich diente die Einführung der Zeitumstellung in den späten 1970er Jahren dazu, in Zeiten der Ölkrise Energie zu sparen und das Tageslicht besser auszunutzen. Doch mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der wirtschaftliche Vorteil äußerst gering ist. Viel größere Auswirkungen hat die Zeitumstellung jedoch auf die menschliche Gesundheit und den Schlafrhythmus. Es ist zwar „nur“ eine Stunde, doch der natürliche Biorhythmus kommt auch dabei schon kräftig aus dem Gleichgewicht.

Rund jeder Vierte leidet auch noch Tage nach der Zeitumstellung unter Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche. Zudem macht vielen Menschen im Winter die Dunkelheit zu schaffen, die Anzahl der Tageslichtstunden nimmt ab.

Zeitumstellung

In der Nacht von Samstag, 26.10.19 auf Sonntag, 27.10.19 werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt.

Was kann ich tun, um der Zeitumstellung ein Schnippchen zu schlagen?

Viel Bewegung und frische Luft helfen, Schlafstörungen vorzubeugen. So kann man die gewonnene Stunde prima für einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang nutzen. Zudem hilft Tageslicht, das Glückshormon Serotonin zu produzieren. Dabei muss gar nicht einmal die Sonne scheinen, ein bedeckter Himmel reicht völlig aus. Gerade im Herbst und Winter, wenn wir aufgrund des kalten Wetters wieder mehr Zeit drinnen verbringen als im Sommer, sollten wir das vorhandene Tageslicht so gut es geht nutzen. Denn Lichtmangel kann aufs Gemüt schlagen. Also gerne mal in der Mittagspause raus an die Luft und die Beine vertreten. Eine halbe Stunde Tageslicht am Tag reicht schon aus.

Wer erfahrungsgemäß durch die Zeitumstellung mit Schlafproblemen zu kämpfen hat, kann versuchen, seinen Schlafrhythmus langsam anzupassen. So kann man beispielsweise eine Stunde früher aufstehen und eine Stunde früher als gewöhnlich schlafen gehen und diese Zeit nach und nach minimieren bis man sich an die Zeitumstellung gewöhnt hat.

Auch wenn in der kalten Zeit unser Appetit auf deftige und wärmende Speisen wieder steigt, sind Vitamine gerade jetzt besonders wichtig. Der Vitaminboost stärkt unser Immunsystem – genau richtig in der Erkältungshochsaison.  Zudem erinnern saftige Orangen uns zumindest ein bisschen an Sommer.

Und wenn all das nicht hilft, immer dran denken: Unsere skandinavischen Nachbarn haben im Winter kaum etwas vom Tag. Nördlich von Stockholm geht Mitte Dezember bereits um 14 Uhr die Sonne unter. Dort ist es dann tatsächlich nur vier Stunden am Tag hell. Wir dagegen kommen immerhin in den Genuss von rund acht Stunden Tageslicht – also der doppelten Menge. Und wem das immer noch zu wenig ist: schon ab Januar werden die Tage dann Stück für Stück wieder länger.

2021 soll dann tatsächlich Schluss sein mit der Zeitumstellung – das hat die EU im März dieses Jahres beschlossen. Ob es dann eine europaweite einheitliche Lösung geben wird oder nicht, ist allerdings noch offen.